Donnerstag, 9. April 2026

Bad Frankenhausen: Sehenswertes Ausflugsziel mit Bauernschlacht-Panorama und Schiefer Turm

Restaurierte Wohnhäuser in Bad Frankenhausen. Foto: Heiko Weckbrodt

Man kennt viele Kleinstädte in Ostdeutschland, die völlig am Ende sind - finanziell, demografisch und im Erhaltungszustand. Bad Frankenhausen wirkt wie das Gegenteil: Viele alte, teils noch aus dem Mittelalter stammende Häuser sind sehr schön restauriert, es gibt Brunnen, Kletterfelsen für Kinder, ein Freibad und eine Therme. Zudem werden Stadtpark und Innenstadt sichtlich regelmäßig gepflegt.

 

Schiefer Kirchturm vom Bad Frankenhausen. Foto: Heiko Weckbrodt

Vor allem aber lockt Bad Frankenhausen mit ein paar hochkarätigen touristischen Sehenswürdigkeiten, die auch einen längeren Aufenthalt rechtfertigen. Dazu gehört das zu DDR-Zeiten von Werner Tübke gemalte Bauernschlacht-Riesengemälde im „Panorama“ (geöffnet täglich ab 10 Uhr), der Schiefe Kirchturm (noch schiefer als der in Pisa), die Senke mit der Elisabeth-Quelle (war allerdings ohne Wasser, als wir da waren) und, per Auto nur 20 min entfernt, das Kyffhäuser-Denkmal.

Panorama-Komplex in Bad Frankenhausen. Foto: Heiko Weckbrodt

 

Das Bauernschlacht-Panorama 

Ein Muss für historisch Interessierte. Das 1989 eingeweihte 18 Meter hohe Rondell beherbergt eines der größten Ölfarben-Panoramabilder weltweit. Verewigt ist darauf nicht nur die die Bauernschlacht von Bad Frankenhausen, durch die der sozialrevolutionäre Reformator Thomas Münzer letztlich Bauernkrieg und seinen Kopf verlor, sondern auch ein Zustands- und Visionsbild der (europäischen) Welt am ausgehenden Mittelalters und beim Übergang in die Neuzeit. Fotografiert werden darf innen leider nicht, auch ist der Museums-Laden etwas karg bestückt. Die Wirkung des Bildes selbst im halbdunklen Rundsaal ist aber immens.

Kyffhäuser-Dankmal nahe Bad Frankenhausen. Foto: Heiko Weckbrodt

 

Kyffhäuser-Denkmal:

Parken ist an zwei Parkplätzen möglich (nicht ganz billig). Danach geht‘s zu Fuß bergauf zum steinernen Denkmal (geöffnet bis 18 Uhr), an dem der deutsche Kaiser Wilhelm I. Sich selbst als Reiter und darunter den Staufer-Kaiser Friedrich I. Barbarossa verewigt hat. Eine weite Aussicht gibt es für jene, die die letzten 250 Stufen bis zur Turmspitze schaffen. Der Kaiser, der im Berg schläft und darauf wartet, wieder aufzustehen und das Land in eine bessere Zukunft zu führen, ist ein Jahrhunderte altes Sujet, das sich ursprünglich vor allem auf Barbarossas Enkel Friedrich II. bezog: Auf der Straßen von Palermo aufgewachsen, mit Normannen und Staufern als Vorfahren, erstaunte er als Kaiser und „Stupor Mundi“ die Welt. Friedrich galt es immens sprachgewandt, neugierig und gelehrt, kannte auch die muslimische Welt. Er sicherte sich Jerusalem durch einen Vertrag statt einen Kreuzzug, wie von der Kirche gefordert, lieferte er sich danach einen jahrelangen propagandistischen Endmonsterkampf mit den Päpsten. Gerade dieser Propaganda-Krieg führte dazu, dass viele Menschen die Nachricht von seinem Tod Mitte der 13. Jahrhunderts für eine Lüge der Päpste hielten und so entstand die Mär vom schlafenden Endzeitkaiser, die sich später auf Barbarossa übertrug, der für die deutsche Selbstidentität passender erschien. Fazit: Bad Frankenhausen hat mich positiv überrascht.

Autor: Heiko Weckbrodt

Montag, 17. Juli 2023

Familienausflug auf Malta: Popeye Village

Blick auf die Badebucht im Popeye Village. Foto: Heiko Weckbrodt

Malta
. Für einen Familienausflug mit Kindern eignet sich das Popye Village im Nordwesten der Hauptinsel vom Malta. Dabei handelt es sich um eine ehemalige Filmkulisse, die als eine Art Vergnügungspark stehen gelassen wurde.

Donnerstag, 24. November 2016

Karaoke-Begeisterung in Vietnam




Phan Thiet, 20. November 2016. Am letzten Abend vor meiner Heimreise hat mich Thao in einen Karaoke-Schuppen in Phan Thiet mitgeschleppt – ein faszinierendes Erlebnis. Denn erfunden haben dieses Singspiel, bei dem Amateure beliebte Poplieder nachsingen, zwar die Japaner. Aber längst fahren auch die jungen Vietnamesen völlig darauf ab – vor allem die Frauen.

Samstag, 19. November 2016

Tanz und Blumen für die Lehrer von Vietnam




Phan Thiet, 19. November 2016. Das Klassenzimmer ist picobello sauber, doch nach deutschen Maßstäben winzig, ja fast ärmlich. Auf der einen Seite schaut Ho Chi Minh auf die Schüler herunter. Seine 5 Leitsprüche fürs Leben hängen unübersehbar neben der Tafel. Auf der anderen Seite haben die Mädchen und Jungen Blumen für ihre Lehrerin mitgebracht und damit die Wand geschmückt. Denn am 20. November feiert Vietnam den Tag des Lehrers.

Donnerstag, 17. November 2016

Waten durch malerische Sandstein-Schluchten in Südvietnam


Phuong Han Tien, 17. November 2016. Ein wildromantische Naturerlebnis erwartet den Besucher von Phuong Han Tien nahe der südvietnamesischen Küstenstadt Phan Thiet: Wir waten hier barfuß durch das warme Wasser eines Schluchtflusses – und ergötzen uns an pittoresken Formationen aus tiefrotem, gelben und weißen Sandstein.

Mittwoch, 16. November 2016

Einkehr zwischen Drachenfrüchten




Phan Tieth, 16. November 2016. Binh ist 45 und lebt allein. Sie bestellt als Ein-Frau-Show eine kleine Farm mit Drachenbäumen, wunderbaren Blumen, Früchten und Gemüse - etwa ein Dutzend Kilometer entfernt von der südvietnamesischen Küstenstadt Phan Tieth. Wobei „allein“ relativ ist: Immer wieder fahren Freunde aus der Stadt mit dem Moped zu Binh, um sich Rat zu holen. Wie man den Streit in der Familie wieder gerade rückt. Ob eine Heirat im Ausland ratsam ist. Wie man Ananas so schmackhaft zum Reis zubereitet, wie es nur Binh kann. Denn die asketische kahlgeschorene Mittvierzigerin, die in ihrem gelben Gewand ständig tiefenentspannt wirkt, ist eine Art buddhistische Nonne.

Dienstag, 15. November 2016

Wucherpflanze Saigon

Saigon, 15. November 2016. Auf mich wirkt Saigon alias Ho-Chi-Minh-City wie genau das Gegenteil einer Planstadt: Alles sieht improvisiert und regelwidrig aus, unplanbar und wild, wie eine wuchernde Dschungelpflanze.