| Sinnierender Affe auf Gibraltar |
Gibraltar, 16. Juni 2014: Ob ich Geld mitführe, fragt mich
der Grenzsoldat mit der schussbereiten Knarre im Halfter, bevor wir die
Flugzeug-Landebahn nach Gibraltar queren dürfen. Ich brabbele etwas von
„vielleicht 200 Euro“, was anscheinend genügt. Erst später verstehe ich den
Sinn dieser Frage so richtig: Da der zu Großbritannien gehörende Stadtstaat
kaum andere Einnahmequellen haben dürfte, langen die Gibraltesen bei jeder
Gelegenheit zu: Die Seilbahnfahrt hinauf zum Affenfelsen zum Beispiel kostet
uns zu zweit fast 30 Euro und auch nahezu jede einzelne Sehenswürdigkeit kostet
da oben extra. Immerhin ist der Parkplatz an der Bodenstation der Seilbahn
kostenlos. Aber während die Bahn mühsam und stockend nach oben gondelt,
versuche ich mir im Stillen auszumalen, wie der Grenzer wohl auf die Antwort
„No money“ reagiert hätte. Ob der wohl sofort eine Nagelkette über die Straße
gezogen, drei britische Tanks aufgefahren und uns entgegen gebrüllt hätte: „You
are a Public Enemy!“...?